Ulrich Dauscher
Voraussetzungen für die Moderation:
Die Beziehungen zwischen Gruppe, Thema, Moderator und Methoden


Beziehungsgeflecht

1.Verhältnis von
Gruppe und Thema
      Die Mitglieder der Gruppe besitzen fachliche Kenntnisse zum Thema.
      Andernfalls: selbständige Themenbearbeitung ist nicht möglich.

      Das Thema ist für die Gruppe bedeutsam.
      Andernfalls: die geforderte hohe Eigenaktivität kommt nicht zustande, da das Thema nicht ausreichend interessiert.


2. Verhältnis von
Gruppe und Methoden
      Die Gruppe akzeptiert die Moderationsmethode. Falls sie noch nicht bekannt ist, sind die Mitglieder bereit, sie auszuprobieren.
      Andernfalls: Die Themenbearbeitung wird durch Auseinandersetzungen über die Methode beeinträchtigt.

      Die Methode ist nur geeignet, wenn die persönlichen und inhaltlichen Spannungen in der Gruppe nicht zu hoch sind.
      Andernfalls: Zusammenarbeit ist nicht möglich.


3. Verhältnis von
Gruppe und Moderator
      Die Gruppe akzeptiert den Moderator als Methoden- und Kommunikationsfachmann.
      Andernfalls: Da die Gruppe immer wieder das Verhalten des Moderators hinterfragt, wird themenbezogenes Arbeiten erschwert.

      Der Moderator akzeptiert die Gruppe als fachkompetent.
      Andernfalls: Der Moderator mischt sich inhaltlich ein. Es kommt zu Auseinandersetzungen mit den Gruppenmitgliedern; manche empfinden sich als inkompetent beurteilt. Die Teilnehmer ziehen sich zurück oder beginnen (Macht-)Kämpfe mit dem Moderator.


4. Verhältnis von
Moderator und Thema
      Der Moderator besitzt Grundwissen zum Thema.
      Andernfalls: er kann den Entscheidungsfindungsprozeß der Gruppe nicht verfolgen. Daher kann er auch nicht steuernd eingreifen, wenn es nötig werden sollte.

      Das Thema betrifft den Moderator nicht zu stark.
      Andernfalls: er hat Probleme, sich inhaltlich zurückzuhalten.


5. Verhältnis von
Thema und Methoden
      Die Moderationsmethode ist nicht für jedes Thema sinnnvoll anzuwenden. Geeignet ist sie insbesondere, um komplexe Probleme zu durchdringen. Bei einfachen Aufgaben sollte sie nur sparsam angewendet werden.
      Andernfalls: der Zeitaufwand ist unangemessen hoch, die Gruppenmitglieder fühlen sich unterfordert.


6. Verhältnis von
Moderator und Methoden
      Der Moderator beherrscht die Methoden.
      Andernfalls: Er kann die Gruppe nicht ausreichend unterstützen, ihr Ziel zu erreichen.

      Die Methoden passen zur Persönlichkeit des Moderators.
      Andernfalls: er kann sie nicht überzeugend anwenden. Die Gruppenmitglieder spüren Unstimmigkeiten, wenn sich z.B. der Moderator normalerweise gerne in den Vordergrund spielt und sich in der Moderation mühevoll zurückhalten muß. Damit wird vom Thema, das im Mittelpunkt stehen sollte, abgelenkt.


Aus Moderationsmethode und Zukunftswerkstatt, S. 10f.

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